Samstag, 29. August 2015

Gastbeitrag von schoengut: THIS IS NOT OKAY!

Hallo, ihr Lieben!
Heute melde ich (schoengut) mich hier mal wieder zu Wort. Vorzustellen brauche ich mich hier ja gar nicht mehr, ich sitze ja quasi hier im Hinterzimmer und ab und zu rufe ich mal laut "Hallo!".

Das zu tun, ist mir heute ein echtes Bedürfnis, da ich an einer sooo guten und dringend nötigen Aktion von Mamimade teilnehmen möchte. FrauAlbertas Beitrag dazu habt ihr ja schon hier gesehen und ich wollte es mir nicht entgehen lassen, mein Gesicht auch noch in die Kamera zu halten.
Neulich habe ich mit FrauAlberta mal wieder "exzessives Nähen" betrieben. Das bedeutet: 4-6 Kleidungsstücke an einem Abend für eine oder beide von uns mit gerechter und den Vorlieben entsprechender Arbeitsteilung:
- die Eine schneidet zu (weil sie das freihändig und mit Augenmaß kann)
- die Andere steckt zusammen (weil sie das irgendwie mag)
- die Eine näht die Naht/Nähte (weil sie findet, dass Nähen auch der eigentliche Fun ist am Nähen: Also Fuß aufs Gaspedal und loooos gehts!)
- die Andere steckt wieder (mag sie immer noch...)
- die Eine näht wieder (geilo!)
- die Andere steckt/bügelt/sorgt für kalte Getränke
und so weiter und so weiter.
Wer hier welchen Part übernimmt, müsst ihr euch jetzt selbst zusammenreimen...
Mit so ner Arbeitsteilung kommt man echt flott voran, ABER es war auch trotz kühler Getränke irgendwann anstrengend und nach spätestens 3 Stunden übernimmt die Müdigkeit und wir ziehen die Bettdecke dem Fußpedal und den Stecknadeln vor.
In diesem Rahmen haben wir uns aber Gedanken darüber gemacht, wie es sein muss, das 1. als Beruf auzuüben und dann noch 2. unter völlig unmenschlichen Bedingungen.
Wir hatten Spotify mit der Lieblingsplaylist laufen, besagte kühle Getränke an einem warmen Sommerabend, wir haben uns trotzdem nett miteinander unterhalten und die Kleidung, die wir genäht haben, haben wir völlig freiwillig und vor allem für UNS genäht. Weil wir es wollten.
Nicht mussten.
Das geht einer Näherin in einer verstaubten Farbik im südostasiastischen Raum garantiert nicht so.
Da gibt es keine frische Luft.
Da gibt es keine kühlen Getränke.
Da gibt es keine Lieblingsmusik.
Keine nette Atmosphäre.
Keine Krankentage.
Keine und viel zu wenig Pausen.
Keine Freiwilligkeit.
Keine Freiheit.
Keine Rücksicht.
Und ich unterstelle: Auch keine Freude.
Da gibt es Druck.
Manipulation. 
Pure Ausbeutung.
Menschenunwürdigkeit.

Und:
THIS IS NOT OKAY!

Das geht mich etwas an.
Genau aus diesem Grund nähe ich unter Anderem mittlerweile zumindest stückweise meine Kleidung selbst. Und das will ich hier zeigen und heute meiner Solidarität, meinem Nicht-Akzeptieren-Wollen und meinem Gefühl des Man-kann-doch-etwas-tun ein Gesicht geben.
Meins.
Zeigen möchte ich euch für THIS IS NOT OKAY meine Sommerhose aus Webware "Poppy go lucky" von Jolijou und dem Schnitt "Sommerhose" von Lillesol&Pelle kombiniert mit einem Basicshirt in weiß aus Jersey "Gitte" nach dem Schnitt "Joana" von Jolijou.
Der Kettenanhänger ist selbst gemacht und das Lederband fair gehandelt.

Ich verschwinde wieder im Hinterzimmer hier.
Bis bald,
Christin von schoengut
 

Kommentare:

  1. GENAUSO denke ich sehr oft, wenn ich an der Nähmaschine sitze! Wir können aufhören, wenn die Xte Naht versemmelt ist und wir keine Lust mehr haben!
    Schönes Outfit, die Hose gefällt mir sehr!

    LG

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  2. Toller Text! Und dein Outfit gefällt mir gut! Die Hose ist ja so richtig schön sommerlich...

    LG
    Kristina

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  3. Yeaheah! :-D *daumenhoch*

    Liebe Grüße an Euch Zwei! :-* :-*
    Eure Sanni (c:

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  4. Wow!!! Das liest sich total .. warmgenäht :-)

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  5. Huhu Christin! *rüberwink*
    Dein Outfit gefällt mir (immer noch) seeeehr gut!
    Schön, dass du auch mitmachst bei dieser Aktion!
    Und Anika: tolles Profilbild, das find ich ganz toll!

    Liebe Grüße
    Ina

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  6. Feine Gedanken zu einem feinen Protestoutfit!

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