Sonntag, 21. Juni 2015

Schreibzeit #2 // Was bedeutet Glück für mich?


Ich habe mir vorgenommen regelmäßig bei der der Schreibzeit von was eigenes mitzumachen und auch alte Themen noch zu bearbeiten. Heute soll es aber um das aktuelle Thema "Glück" gehen. Bine hat in ihrem Artikel schon einiges dazugeschrieben, auch über die verschiedenen Arten ihres Glückes.
Wenn ich anfange über so ein Thema nachzudenken, dann lese ich oft erstmal ein paar Zitate zum Thema. Ein paar, die sich ganz besonders finde.
"Es gibt kaum ein beglückerendes Gefühl als zu spüren, dass man für andere Menschen etwas sein kann." (Dietrich Bonhoeffer)

"Die Suche nach dem Glück ist kein klares Indiz dafür, wie gesättigt die Gesellschaft ist." (Doris Dörrie)

"Sich glücklich fühlen zu können, auch ohne Glück- das ist Glück." (Marie von Ebner-Eschenbach)

"Menschen zu finden, die mit uns fühlen und empfinden, ist wohl das schönste Glück auf Erden." (Carl Spitteler)
Ich muss ja ehrlich sagen, dass ich mit dem Wort "Glück" nicht soviel anfangen kann. Vielleicht ist es mir zu sehr gerade Modewort ("10 Wege zum Glück" und andere Literatur gibt es momentan zuhauf), vielleicht wird es mir auch zu inflationär gebraucht. Was wünscht man sich, was wünscht man mir, wenn zum Geburtstag diesen Wunsch äußert?
Vielleicht verbinde ich auch mit dem Wort so wenig nachhaltiges. Glück scheint so was kurzlebiges, schnelles, zufälliges zu sein.Vielleicht zu oberflächlich für mich.
Wenn ich über mein Leben nachdenke, dann will ich nicht glücklich sein. Ich möchte zufrieden sein, im Frieden mit meinem aktuellen Leben sein- mit dem was gut ist und was ich habe und mit dem was eben auch nicht so gut ist und was ich nicht habe. Ich möchte ein erfülltes Leben haben, gefüllt mit guten und schlechten Zeiten, guten und weniger guten Erfahrungen, gefüllt auch mit Niederlagen- denn die machen mich auch erst zu dem Menschen, der ich bin und werden kann. Ich möchte nicht nur Glück haben, sondern auch Unglück annehmen können. Das scheint mir die nachhaltigere Variante für meinen Seelenzustand zu sein. 
Glücksmonente kann und soll es geben. Aber eben als Sahnehäubchen und nicht als elementare Dinge von denen ich die Beurteilung meines Lebens abhängig mache.
Wenn ich immer nur glücklich sein will, dann, glaube ich, wird man schneller enttäuscht. Denn ich verbinde damit auch einen bestimmten Gefühlszustand, vielleicht ein Verliebtsein in das Leben. Wenn ich aber mein Leben anschaue, dann ist das kein Dauerzustand das Leben so zu fühlen. Was aber wenn ich das so erwarte? Dann werde ich schnell unzufrieden, versuche das zu machen, dem Gefühlszustand hinterherzurennen und ihn herzustellen. Schnell kommt bestimmt die Ernüchterung, denn das Leben ist kein Ponyhof. Da sind Schmerz, Enttäuschung, Erschöpfung und Müdigkeit vorprogrammiert. Vielleicht ist das auch ein Zeichen unserer Zeit- dem Glück nachzurennen, damit es einem gutgeht, damit man das Leben als gut empfindet. Tu was und du findest dein Glück. Hallo Leistungsgesellschaft! 
Vielleicht liegt aber mein wahres "Glück", meine wahre Zufriedenheit, mein wahres Erfülltsein auch darin, das Leben einfach anzunehmen und auch von meiner Zufriedenheit, meiner Fülle abzugeben und damit den anderen "glücklich" zu machen...

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