Dienstag, 15. Juli 2014

Meine Fußball- WM 2014

Wie ich hier schon erzählt hatte, bin ich ein großer Fußballfan. Und weil Frau Alberta den Anspruch hat auf diesem Blog auch zu erzählen wovon das Herz voll ist, gibt es nun meinen ganz eigenen persönlichen Rückblick. Der ist immer noch beseelt, euphorisch und ein wenig verklärt. Aber das darf er jetzt auch noch sein.
Mir ist klar, dass in der Fußballwelt vieles schiefläuft und da Veränderungen geschehen müssen. Aber ich finde, das ist nen toller Sport mit tollen Menschen und darum soll es jetzt gehen.
Achtung, ein langer Text wird folgen.

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Fußball ist für mich ein Phänomenen. Das Zuschauen bringt Menschen zusammen, die sich sonst vielleicht nicht einmal mit dem Popo anschauen würden. (Das schafft sonst nur annähernd erfolgreich McDon**** ;) ) Gestern habe ich mit Freunden und deren Freunden in einer Kneipe zusammen geschaut. Wir haben gemeinsam gebangt, gejubelt, geschimpft, geschrien und auf den Schlusspfiff gewartet. Ehrlich, da saßen Menschen mit denen ich unter anderen Umständen wahrscheinlich nicht so eng beieinander sitzen würde. Einfach, weil unsere Lebenswelten sich nicht berühren würden. Aber für 120 Minuten hat uns der Fußball und unsere Leidenschaft vereinigt.
Wolfgang Niersbach hat heute gesagt, dass es in Deutschland (fast) nichts vergleichbares gibt, was so ein Wir-Gefühl erzeugt. Recht hat er.
Und Fußball ist einfach schön! Wenn es gut läuft, die Männer gut drauf sind und die Taktik aufgeht. Dann ist es wunderbar anzuschauen, wie sich die Ketten verschieben und auf dem Spielfeld tanzen. das hat schon fast was Choreografisches.

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Mich fasziniert Jogi Löw und ehrlich in so manchen ist er mir zum Vorbild geworden. Mit welcher Ruhe, zumindest äußerlich, er die ganze Zeit agiert hat. Er hatte einen Plan und hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ganz Fußballdeutschland diskutierte um Philipp Lahm und seine Position. Und er bleibt ruhig, weiß genau was richtig ist. Statt Schweinsteiger und Khedira öffentlich bloßzustellen verfolgt er seinen Plan, hört auf sein Bauchgefühl. Und dann als die beiden soweit sind, stellt er um. Fußballdeutschland ist begeistert. Und er macht weiter ohne böse, hämende Worte. Er kennt die inneren Abläufe, hat einen Plan und verfolgt den konsequent. 
Und er betont immer wieder wie sehr er auf seinen Bauch hört- das gefällt mir!

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"10 Jahre für diese Sch****" :), das sagte Podolski zu Schweinsteiger im Stadion kurz nach der Pokalübergabe. 10 Jahre lang haben sie für diesen einen Moment gekämpft. In den zehn Jahren sind aus "Poldi& Schweini" Podolski und Schweinsteiger geworden, zwei gestandene Männer. Irgendwie auch toll so eine Fußballergeneration über diese Zeit "begleitet" zu haben. Philipp Lahm ist mein Jahrgang und irgendwie ist diese Generation um Lahm und Schweinsteiger auch "meine Fußballergeneration", die sich jetzt gekrönt haben.

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Teamgeist! Dieses Wort hörten wir immer wieder und allerspätestens heute nach der Fanmeile mit man ihnen das auch ab. Da hat sich eine Mannschaft gefunden, die miteinander und füreinander kämpfen, die sich gegenseitig aufbauen und miteinander feiern. Beeindruckend, wenn so etwas gelingt. Und mal ehrlich, wenn ich mir überlege, wieviele Menschen Im Vordergrund- und Hintergrund dafür ihr Bestes gegeben haben und dann so belohnt werden, da kriege ich ne Gänsehaut. Das ist so etwas Schönes! 

Eine tolle WM mit sovielen Gänsehaut- Momenten.
1990 habe ich mit dem Papa im Wohnzimmer den Titel behüpft, 24 Jahre später in der Studiumsstadt mit Freunden und anschließendem Fahrradkorso. Ein Highligt auf jeden Fall im Jahr 2014 und darüber hinaus sicherlich auch.

Kommentare:

  1. Ah, jetzt habe ich endlich meine Bloglovin-Liste abgearbeitet und auch deinen Rückblick-Post gefunden :o) Da muss ich doch auch gleich einen Kommentar zu deinem schönen Text dalassen, denn ich bin absolut deiner Meinung!
    Ich glaube am meisten liebe ich es, wie bodenständig unsere Jungs doch sind, ich war sehr gerührt zuzusehen, wie sie mit ihren Familien den Sieg genossen haben! Das macht sie so nahbar, einfach toll. Und zu absoluten Sympathieträgern in meinen Augen (Auch trotz Gaucho-Dance :oP Man war das eine Diskussion...)
    Auch dein Toni mit Frau und Sohn, selbst wenn er davonwechselt... Er wird sich ja sicherlich stets an seine Wurzeln erinnern :o) Habe heute in einer Statistik, in der gelaufene Kilometer, Pässe und Co. aller Spieler der WM ausgewertet wurden, gelesen, dass Toni dann den Pokal für den besten Spieler des Tuniers verdient hätte, denn er war auf Platz 1!
    Ich sende dir viele liebe Grüße!
    Caro

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  2. Seeehr schöne WM-Zusammenfassung.
    Ich finde es ja fast schon ein bisschen schade, dass das in den Medien so schnell verblasst (okay,die BI** hat heute Mario Götze halbnackt im Urlaub fotografiert, als er erschrocken in die Kamera der Paparazzi blickt- muss das sein? Kann man die nicht mal in Ruhe Urlaub machen lassen!?) Also, solche WM-Nachberichte brauche ich nicht, aber so schöne Zusammenfassungen gucke ich mir immer noch gerne an...

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