Montag, 28. April 2014

short stories #4 // Umgebung

In ungefähr 14 Tagen ziehe ich um. Meine aktuelle Wohnung wird dann umgebaut und ich ziehe in eine neue Wohnung in einem neuen Stadtteil.
Perfekt, dass das Thema der short stories für April "Umgebung" heißt. Dies wird also ein Abschiedpost an meine jetzige Wohnumgebung. 
Denn auch wenn ich mich auf meine neue Wohnung (Dielenfußboden!) und das Einrichten und Schönmachen freue und auch darauf einen neuen Stadtteil zu erkunden, verlasse ich auch mit Wehmut meine Wohnung. Hier bin ich im Studium und auch in der großen Stadt angekommen, habe mir mein Nest und meine Rückzugsmöglichkeit geschaffen. Meinen 30. Geburtstag habe ich hier verbracht. Viele Blogfotos sind hier entstanden. Irgendwann die Nähmaschine eingezogen, Viele liebe Menschen begästet. All das geht nun hier zu Ende. Doch nicht nur von meinen 4 Wänden muss ich Abschied nehmen, auch vom Stadtteil in dem ich mich wohl und sicher gefühlt habe. Und während ich so darüber nachgedacht habe, ist es nicht die Schönheit des Stadtteil und das besondere Flair, was ich vermissen werde. Es ist nicht der Stadtteil-Stolz. Es sind die ganz kleinen, oft unscheinbaren, aber alltäglichen Dinge die meine Umgebung ausgemacht haben/ ausmachen und sie zu etwas ganz Vertrautem haben werden lassen.

Vor ein paar Tagen war ich (damals noch bei Sonnenschein) in meiner mir vertrauten Umgebung unterwegs und habe Bilder gemacht, die genau diesen Alltag zeigen sollen. Es sind Bilder mit Dingen entstanden, die ich nicht immer bewusst wahrgenommen habe. Eben weil sie ganz vertraut waren und meine alltägliche Umgebung ausgemacht haben.
Kaum aus dem Haus stieß ich auf diesen "Freund" und er musste im Laufe der Zeit so einiges von mir schlucken...
Ein Schaufenster steht für viele Schaufenster an denen ich täglich vorbeiging und jede Menge Kollesktions- und Jahreszeitenwelchsel miterlebte. Bei so manchen habe ich mir regelmäßig die Nase plattgedrückt.

Auch diese haben so einiges geschluckt, was ich hineinwarf. Wie oft habe ich über den Automaten geschimpft, weil er mal wieder und immer noch nicht ging... Jetzt muss ich mir einen anderen Briefkasten suchen.
 
 Haltestellen. Vertraute Bahnen, vertraute Linien, vertraute (Roll-)Treppen und vertraute Menschen, die ich immer sah weil wir zur gleichen Zeit fuhren.

 Nicht nur hier habe ich eingekauft. Aber auch hier. Und das sind nicht nur vertraute Verkäuferinnen. Sondern auch vertraute Verkaufsräume und vertraute Regale. Im neuen Stadtteil muss ich auch "meine" Läden erst für mich erobern und zu vertrauten Läden machen.

"Mein" Haus der letzten 2 Jahre. Ich werde es vermissen. Auch das Knarzen der Holztreppen, wenn ich mich mal wieder in den 5. Stock schleppte oder über Gott und die Welt nachdachte, damit das Hochsteigen gefühlt schneller ging.
Jetzt ziehe ich um und hoffe, dass auch Dinge mir da ganz vertraut werden. Denn dann bin ich auch im neuen Stadtteil angekommen. Ich bin gespannt.

Gute Momente in vertrauter Umgebung wünsche ich euch,
die Frau Alberta

Was andere aus dem Thema gemacht haben, könnt ihr hier nachlesen.

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