Sonntag, 16. März 2014

Holland-Stoffmarkt. Eine Kolumne.

Was ist los, wenn Frauen- egal, ob Regen, Sonne oder Schnee, ihre Ellenbogen und alles, was ihnen sonst noch zur Verfügung steht ausfahren? Wenn mit Kinderwagen Wege zum Stoff mit Absicht (!) verstellt werden? Wenn müde aussehende Männer mit rot-weißen Beuteln ihren Frauen hinterhertrotten? Wenn Kinder im Getümmel ihre Mamas suchen (bei soviel Stoff muss frau schon Prioritäten setzen.)? Wenn mit Stoffballen umhergeworfen wird? Wenn sich aber sowas von laut und frech über Wartzeiten und arme Stoffverkäufer aufgeregt wird? Wenn armen Frauen wie mir ständig auf die Füße gelatscht wird?

Dann ist Holland- Stoffmarkt. 

Oh man, ich freue mich jedes Mal  auf den Stoffmarkt und spare extra Geld :). Und jedesmal wieder bin ich erschrocken wie Frauen zum Tier werden können. Da gibt es kein Halten mehr. Da wird geschubst, sich vorgedrängelt, Stoffballen gekrallt, sich über Wartezeiten aufgeregt- denn frau steht natürlich immer am längsten da und wartet am längsten und ist jetzt endlich auch mal dran. Gibt ja da auch nur begrenzt Stoff, nicht wahr? Da muss man raffen und kämpfen- Stoff ist rar.

Wenn ihr mich sucht- ich bin die, die vor lauter Menschen-Beobachtung nicht zum Stoffkaufen kommt. Die, die dreimal wieder vom Stand weggeht, weil ihr das Geschubse und Gemeckere einfach zu blöd ist und beim vierten Mal dann relativ in Ruhe Stoff kaufen kann. Die, die wenn sie sich mal entschieden hat (und das ist ne große Herausforderung!) immer noch warten muss mit dem Bezahlen, weil sie eben nicht mit lauter Stimme den Verkäufer ruft sondern wartet bis er sie sieht. Die, die oft überfordert ist mit der Masse an Stoffen und einfach nicht weiß, was sie kaufen soll. Die, die merkt, dass sie immer mehr zielgerichteter Stoff kauft und weiß, was sie damit vorhat und das gutfindet. Die, die dann ganz beschwingt nach Hause geht mit ihrer Ausbeute und sich vorfreut auf die Näherei. Die, die sich wundert wie man mit vollen Primark- Tüten auf dem Stoffmarkt einkaufen kann (Mal ehrlich, wie geht das zusammen????). Und die, die sich jedesmal daran erfreut, wenn die holländischen Stoffverkäufer mit ihrem herrlich amüsanten Akzent Deutsch sprechen.

Kommentare:

  1. Hihi, das hast du klasse und sehr treffend beschrieben. Ich komme gerade vom Stoffmarkt in Venlo und es war dort genauso, wie du es beschrieben hast (nur das es Tüten mit blauem Aufdruck gibt). Am meisten nerven die Männer, die blöd im Weg rumstehen oder Gruppen von mehreren Frauen, von denen aber nur eine kauft und die anderen die Sicht versperren.
    Aber trotzdem muss ich immer wieder hin und werde auch immer fündig, selten zielgerichtet.

    Noch einen schönen Sonntag und liebe Grüße
    Anja

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    1. Die Frauengruppen...Stimmt. Die hab ich ganz vergessen zu erwähnen :)

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  2. Ich hab Angst: bald ist es hier auch soweit und ich tu es mir zum ersten mal an. Ich erwarte das Schlimmste ;-)
    Liebe Grüße, Änni

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    1. Dann üb das schonmal mit den Ellenbogen oder am lautesten "Ich warte am längsten" zu schreien... ;)
      Ich bin dann gespannt auf deine Eindrücke.

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  3. Jaaaaaaaaaaaaaaa... genau so ist es.... hab aber die Erfahrung gemacht (in München, in Freiburg und in Weil am Rhein) ab 14.00 Uhr beruhigt sich die ganze Situation und man kann in Ruhe an die Stände... und stell dir vor es hat, dann immer noch super tolle Stoffe.
    as lieabs Grüassli Yvonne

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    1. Nein! Ich dachte, die sind ab 11 Uhr ausverkauft und deswegen gehen die alle so ab :))
      Das mit der Uhrzeit muss ich vielleicht mal ausprobieren. War immer früh dran um mich dann den Rest des Tages davon zu erholen ;)

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  4. *Lach* Deine Beschreibungen treffen auch auf den Stoffmarkt im Großraum Stuttgart, d.h. in Ludwigsburg (aber in diesem Frühjahr ist sogar ein Markt direkt in Stuttgart!), zu.
    Wir sollten auch die Damen mit ihren "Hackenporsche" (hab ich mal im Zusammenhang mit dem Stoffmarkt gelesen => sind diese Einkaufs-Hinterherzieh-Teile) oder Trolleys nicht vergessen...nicht dass sich diese Damen noch diskriminiert fühlen *lach*

    Der nächste Stoffmarkt in Ludwigsburg ist (leider) wieder an einem verkaufsoffenen Sonntag = da gehe ich nie wieder hin, denn dann ist noch mehr los als sonst. Ich werde in diesem Frühjahr den Stuttgarter Markt an einem Freitag "beehren" und hoffen, dass ähnlich wie im November (ebenfalls an einem Freitag in Ludwigsburg) ein gemäßigter Andrang herrscht.

    Liebe Grüße & eine gute Nacht wünscht
    Steffi

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  5. Hi, hi, Du hast so recht! War gestern in Hannover auf dem Stoffmarkt und es war furchtbar. Die letzten Male war ich aus oben genannten Gründen immer erst deutlich später auf dem Stoffmarkt. Gestern wurde mal wieder deutlich, warum man nicht um halb elf auf dem Stoffmarkt sein sollte. Ich hatte ehrlich gesagt relativ schnell keine Lust mehr. Denn um die Stoffe sehen zu können, hätte ich ordentlich drängeln müssen. Ganz abgesehen vom Bezahlen. Ich hab es dann einfach gelassen. Es kommen ja noch mehr Stoffmärkte.
    Ganz entspannt ist es übrigens, wenn man erst um vier auf dem Stoffmarkt ist. Wir konnten ganz entspannt mit Kinderwagen zwischen den Ständen entlang schlendern und man glaubt es kaum - es gab tatsächlich noch ganz viel Stoff! . )

    Das nächste Mal geht es einfach wieder später zum Stoffmarkt. Dann haben sich die Damen schon entspannt oder sind weg. ; )

    Herzlichen Gruß
    emma-like

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  6. Hahahahaha!!! Zu geil! Dein Post kommt gerade passend. War gestern gerade auf dem Stoffmarkt in Potsdam. ZUM GLÜCK hat es gestürmt und genieselt, so dass es nicht ganz so voll war. Allerdings war es dennoch noch schlimm genug, so dass alle von Dir beschriebenen Phänomene tatsächlich zu beobachten waren! Meine Mum und ich wurden auch des Vordrängelns bezichtigt von einer Dame, die dann (als sie dann endlich NACH uns dran war! :-P) 35(!!!!!)m von dem Stoff wollte, von dem wir ihr kurz zuvor ganze 2(!!!)m weggeschnappt hatten! :-D :-D :-D Zu lustig! Auch sehr amüsiert habe ich mich über die Schilder: 'Der Verkauf beginnt erst um 11Uhr. Vielen Dank für Ihr Verständnis!'!!! :-D :-D :-D
    Ich habe natürlich nichts von meinem Zettel gekauft (warum hat denn keiner dunkelgrauen Cordstoff???!!! :-O), dafür aber vier andere Stoffe mitgenommen. Und von meiner Mum (die ich im übrigen vor kurzem erst mit dem Nähvirus infiziert habe :-P) erzähl ich erst lieber gar nicht!! :-D

    So, und jetzt hör ich mal auf mit dem Gequatsche! :-P

    Ganz liebe Grüße!
    Sanni (c:

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  7. Ich will auch einen Stoffmarkt haben! Wobei ich wohl auch zu den Spätgehern zähle, weil ich Märkte mit viel Gedrängel nicht mag, beziehungsweise da so genervt bin, dass ich nicht mehr gucken will :) Aber ich will trotzdem einen Stoffmarkt!
    Viele Grüße,
    Marina

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  8. Herrlich! Irgendwie fühlr ich mich nun mit dir Stoffmarkt-Seelenverwandt!
    Du sprichst mir einfach aus der Seele....
    Toller Post!
    Eine tolle Woche für dich! Bente

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  9. Wie war, wie war...tolle Beschreibung, die es defintiv trifft!!!

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