Mittwoch, 5. Februar 2014

short stories #2 // Freundschaft

Thema der "short stories" im Februar ist Freundschaft. Wenn ich etwas in den letzten Jahren gelernt habe, dann wie unterschiedlich Freundschaften sein können, wie schnell sie kaputt sein können und wie jeder anders für sich "Freundschaft" definiert.
Zu Schulzeiten hatte ich hauptsächlich Freundinnen, die außerhalb meines Wohnortes wohnten. Die hatte ich auf Freizeiten o.ä. kennengelernt. In der Grundschulzeit "brauchte" ich keine Freunde, ich hatte meine Geschwister zum Spielen.
 In den letzten 11 Jahren habe ich in 5 unterschiedlichen Orten gewohnt. An jedem Ort haben sich neue Freundschaften entwickelt und musste man die zurückgebliebenen Freundschaften pflegen. Freundschaften in der Ferne pflegen ist nicht meine Stärke (ich glaube, das ging immer nicht nur mir so) und so haben sich leider manche Freundschaften im Sande verlaufen. Alles hat seine Zeit und vielleicht war die Zeit dieser Freundschaft(en) vorbei. Vielleicht hätte man sich auch mehr bemühen müssen. Aber mit dem "hätte's" in meinem Leben will ich im Frieden sein.
Umso dankbarer bin ich für Freundschaften, bei denen man auch nach einem langen Wiedersehen keine lange Aufwärmzeit braucht, weil die alte Vertrautheit schnell wieder da ist.
Aber nicht nur die räumliche Distanz verändert Beziehungen. Viele meiner ehemals Single- Freundinnen sind mittlerweile verheiratet/ in festen Beziehungen und haben Kinder/ ein Kind. Bei mir ist das nicht so (aber das ist vielleicht mal ne andere "short story" wert). Und so musste ich in manch schmerzhaften Prozess alte Freundinnen loslassen (bzw. wurde auch losgelassen), deren Lebenssituation sich anders als meine entwickelt hat. Wo es keinen Blick mehr für mich gab und man "nur noch" Mutter/ Ehefrau war und es beinahe keine anderen Themen gab. Versteht das nicht falsch. Klar verändern sich die Lebensthemen und ich hab versucht an den Themen dranzubleiben (auch wenn das schmerzhaft zum Teil war), aber ich wünsch mir auch einen Blick für mein Leben und meine Themen. 
ABER es gibt auch Freundschaften, die sich nicht auseinanderentwickelt haben, wo nicht unterschiedliche Lebenswelten eine Distanz mit sich zogen. Diese Freundschaften schätze ich umso mehr, denn da kann ich etwas lernen über Kindererziehung etc.. Und gleichzeitig erleben diese Freundinnen mich als "über den eigenen Tellerrand hinausziehend".
Freundschaften zu gestalten ist ein ganz eigener Prozess. Und vermutlich gleicht eine Freundschaft nie der anderen, weil die beiden Teilnehmer sie zu etwas ganz besonderem machen. 
Jetzt lebe ich seit fast 2 Jahren in der neuen Stadt, habe Freunde hier gefunden und trotzdem vermisse ich immer noch so eine richtige, für mich unkomplizierte, einfach mal vorbeikommende, den gleichen humorhabende Herzensfreundin. Eine wo manchmal Worte nicht nötig sind. Eine, wo man sich ein wenig zu Hause fühlt und einfach Sein kann. Eine mit der man zusammen das Bad putzen und dabei über Gott und die Welt philosophieren kann, eine Alltagsfreundin, eine die ein wenig mit in meinen Schuhen läuft und ich in ihren. Eine, die nicht perfekt ist und wir gemeinsam über unsere Macken lachen können. Eine für Sonntagsausflüge und Städetouren.
Und tief in mir spüre ich ...
... so eine Freundin will ich gerne für jemanden sein.
und...wenn ich ehrlich bin, dann will ich auch mit Freundinnen über Babykacke philosophieren...

Weil es Mittwoch ist und ich auch am Mittwoch Freundschaften mag, wandert der Text auch zu Frolleins Pfau "mmi".
Das sind 3 Freundinnen, die eine Menge Spaß auf einer Schwedenfähre hatten... :)

Kommentare:

  1. Wow tolles Foto ;-).

    Glg

    Sandra
    von den felinchens

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  2. Du hast mich gerade abgeholt und mitgenommen.
    So ein Thema ist halt doch viel persönlicher, als die meisten Sachen, über die man in einem Blog so schreibt.
    Ich finde es gut, dass Du Dich getraut hast offen über Deine "Freundschaften" zu schreiben.
    Im Leben ändern sich Dinge, Einstellungen, Wünsche und das merkt man auch an den Freundschaften.
    Es ist schön, wenn welche diese Veränderungen überleben, aber eben auch unausweichlich, dass einige es nicht tun.

    Ich wünsche Dir, dass Du Dein Gegenstück findest und behälst, irgendwo da draußen wartet es auf DICH!

    Liebe Grüße
    Ina

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    1. Dankeschön.
      Und wenn es das Gegenstück nicht gibt, dann will ich trotzdem im Frieden damit sein... :)

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  3. Liebe Alberta,
    wie offen Du über Freudschaft schreibst... da liegt viel Wahres drin...
    Ich wünsche Dir von ganzem Herzen eine "Herzensfreundin", eine Freundin mit der man einfach sein kann, wie man ist, mit all seinen Macken und Eigenheiten :-)
    Einen wunderschönen Tag,
    Kebo

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  4. Ich wünsche dir eine "Humorhabende"- gut Ding braucht Weile.
    Liebe Grüße, Brigitte

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