Samstag, 18. Januar 2014

Gelesen // Jojo Moyes: Ein ganzes halbes Jahr

Eine meiner wenigen *räusper* Macken ist es, Bücher um die gerade Hype gemacht wird erst recht nicht zu lesen (es sei denn, es handelt sich um die Fortsetzung einer Reihe, auf die ich schon gewartet habe). Daher hatte ich mir auch erst zu Weihnachten "Ein ganzes halbes Jahr" gewünscht. Ein wenig hab ich mich schon geärgert, denn ich habe ein jahr auf solchen Leseschmaus verzichtet. Und trotzdem bin ich  froh, das Buch jetzt erst gelesen zu haben. Ein Jahr mehr Studium lassen mich das Buch anders lesen und außerdem ist es auch interessant das Buch während der aktuellen Debatte um Sterbehilfe zu lesen.
Ja, es ist eine tolle Geschichte! (Eine kleine Inhaltsangabe gibt es u.a. hier.)
Ja, ich liebe es von Begegnungen zweier Menschen zu lesen, dich gegenseitig verändern und verändern lassen.
Ja, ich liebe Menschen (und das passiert bei Louisa und Will), die mehr in einem Anderen sehen können als vordergründig dazusein scheint. 
Ja, ich mag Menschen, die sich gegenseitig auf ihre ganz eigene Art und Weise mit ihren Macken hochnehmen können.
Und ja, ich hatte mehrere Klöße während des Lesens im Hals.

Aber wenn es mittlerweile um Menschen mit Behinderung geht, dann lese ich das auch mit meinem Studiums- und Heilpädagogik- Hintergrund.
Und so hat mich vor allem diese Textpassage berührt:
Louisa und Will  waren gemeinsam auf einem Konzert. Fast so, wie das "normale" junge Leute tun. es war ein schöner Abend und dann sind sie mit dem Auto wieder zurück bei Will zu Hause.
"Ich will einfach noch nicht hineingehen. Ich will einfach hier sitzen und nicht daran denken..." Er schluckte. Sogar im Halbdunkel wirkte dieses Schlucken mühsam. "Ich will einfach... ein Mann sein, der mit einem Mädchen in einem roten Kleid im Konzert war. Dieser Mann will ich einfach noch ein paar Minuten länger sein."
Ist das nicht berührend?!
Und das war nicht die einzige Stelle, die mich berührt hat.
Sie schreibt so einfühlend. Vor allem auch über Behinderung und den Umgang damit. Ich habe versucht herauszufinden, ob sie damit persönliche Erfahrungen gemacht hat, bin aber nicht fündig geworden.
Meine Empfehlung: LESEN LESEN LESEN. Meine liebsten Begleiter dabei: Becher Heiße Schokolade und für den Notfall Taschentücher.

Ich bin gespannt auf "Eine Handvoll Worte".

1 Kommentar:

  1. das war wirklich ein klasse buch! ich hab es auch erst vor weihnachten gelesen ;)

    AntwortenLöschen